DE
Tell Halaf / Guzana (Syrien)

 

Im Jahre 1899 führte der aus einer reichen Bankiersfamilie stammende deutsche Diplomat und Privatgelehrte Max Freiherr von Oppenheim erstmals Schürfungen auf dem Tell Halaf (dem aramäischen Guzana) in Syrien durch, einem der bekanntesten Siedlungshügel Vorderasiens. Die Hauptgrabung erfolgte nach umfangreichen Vorbereitungen in den Jahren 1911 bis 1913, eine weitere kurze Kampagne folgte 1929.

 

Dabei brachte er eine große Anzahl bedeutender Bildwerke aus dem 1. Jahrtausend v.Chr. zutage, darunter drei als Säulen dienende Monumentalstatuen von Göttern, deren Nachbildung heute den Eingang zum Nationalmuseum in Aleppo ziert. Der Tell Halaf ist zudem namengebender Fundort einer wichtigen prähistorischen Kultur Nordmesopotamiens (ca. 6000 - 5300 v. Chr.) - der sog. "Halaf-Zeit".

Die Bildwerke, die Max von Oppenheim ausgegraben hatte und welche er nach einer Fundteilung ab 1929 nach Berlin überführen konnte, wurden in einer ehemaligen Fabrikhalle ausgestellt. Durch eine Brandbombe wurde das Museum 1944 zerstört, die Bildwerke zerbarsten und galten nach dem Krieg als verschollen. Bis man sie nach der Wende im Keller des Pergamonmuseums wiederfand und die mehr als 27.000 Bruchstücke in jahrelanger und liebevoller Kleinarbeit wieder restaurierte. Von Januar bis August 2011 wurde den "wieder auferstandenen" Bildwerken sowie Max von Oppenheim eine Sonderausstellung im Pergamonmuseum in Berlin gewidmet.

Seit 2009 wird die im Jahre 2006 vom Vorderasiatischen Museum Berlin, den Universitäten Halle und Tübingen sowie der syrischen Altertumsverwaltung wieder aufgenommenen Grabung durch unser Büro vermessungstechnisch betreut. Neben den grabungsbegleitenden Vermessungsaufgaben zur Unterstützung der täglichen archäologischen Feldarbeit ist eine Aufgabenstellung die Überführung der alten Grabungspläne in ein neues UTM-Koordinatensystem, welches in den Jahren 2006/7 von der FH Karlsruhe eingerichtet wurde. Je weiter die als Langzeitprojekt angelegte Grabung fortschreitet, desto sicherer werden die Ergebnisse dieser Überführung.

 

Weiterführende Links: